Bornaer Initiative Agl – „Aktiv gegen Lärm“ Neubau der BAB A 72 Chemnitz – Leipzig, Abschnitt 5.1 www.agl-borna.de

1Feb/120

A72 wächst doch noch bis kurz vor Leipzig

Die Nordverlängerung zwischen Borna und der A 38 soll 2012 in Angriff genommen werden. Im Sommer wird mit dem Baurecht für die Strecke bis Rötha gerechnet.

von Gabi Thieme

Noch im ersten Halbjahr dürfte für den Bau der Leipzig-Autobahn 72 eine weitere Hürde genommen sein. "Für den 10,5 Kilometer langen Abschnitt Borna-Rötha soll bis Sommer Baurecht bestehen", sagte Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) der "Freien Presse". Das Teilstück ist der vorletzte noch zu bauende Abschnitt. Morlok sicherte zu, dass nach erteiltem Baurecht noch 2012 mit den Arbeiten begonnen werden soll, "vorausgesetzt, es gibt keine Klagen". Sachsen beteiligt sich am Bau der 550 Millionen Euro teuren A 72 mit einem Anteil von 51,1 Millionen. Bisher sind davon erst sechs Millionen verbaut worden - auf dem Abschnitt Niederfrohna-Rathendorf. 45 Millionen Euro stehen also noch zur Verfügung. Sie sollen nun nördlich von Borna eingesetzt werden.

Im Investitionsplan des Bundes bis 2015 läuft der Abschnitt unter "prioritäre Vorhaben", finanziell untersetzt war er aber bislang nicht. Morlok versicherte, dass der Autobahnbau nicht auf vorhandener Strecke erfolgt. Vielmehr werde es eine Umfahrung von Espenhain und damit eine Entlastung der Bürger von Lärm und Emissionen geben. Realistisch seien zweieinhalb bis drei Jahre Bauzeit.

Für das letzte Stück von Rötha bis zur A 38 (acht Kilometer) läuft das Planfeststellungsverfahren in der Landesdirektion Leipzig seit Ende 2010. Die öffentliche Auslegung der Pläne samt Anhörung hat im Juni 2011 stattgefunden. Wann Baurecht erteilt wird, sei unklar, sagte ein Behördensprecher. Das Teilstück sei aber von "eher untergeordneter Bedeutung", so Morlok. In diesem Bereich verläuft die vierspurige B 95 schon heute kreuzungsfrei. Die beiden bereits im Bau befindlichen Abschnitte bis Frohburg und weiter bis südlich von Borna sollen Ende dieses Jahres in Betrieb gehen können.

Ansonsten wird es nach Angaben des Ministeriums in den nächsten Jahren keinen Neu- oder sechsstreifigen Ausbau von Autobahnen in Sachsen geben - weder auf der A 14 zwischen Dreieck Parthenaue und Nossen, noch auf der A 72 zwischen Chemnitz und Zwickau. Der Schwerpunkt liege jetzt auf Sanierung und Erhaltung, so der Minister.

Von einer zusätzlichen Finanzspritze in Höhe von 30 Millionen Euro, die der Bund gestern für den Ausbau von Verkehrswegen für Sachsen in Aussicht stellte, sollen zwei Autobahnen profitieren: die A 13 zwischen Radeburg und Dresden sowie die A 4 zwischen Nossen und Berbersdorf.

Quelle: Freie Presse, 01.02.2012

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29Jan/120

Positive Signale für den Bau der A 72

Espenhain. Der Planfeststellungsbeschluss für den Abschnitt 5.1. der Autobahn 72 zwischen Borna und Rötha sei zeitnah im ersten Halbjahr zu erwarten. Darüber informierte Bürgermeister Jürgen Frisch am Mittwochabend im Gemeinderat nach einem Gespräch in der Landesdirektion Leipzig (LD) am Vorabend. Danach soll das Dokument, das Baurecht schafft, sehr bald schon vorliegen.

Nach Informationen des Präsidenten der LD „ist auch die Finanzierung des Abschnitts sichergestellt". So weit sie nicht vom Bund geleistet wird, werde der Freistaat in Vorleistung gehen, hieß es. „Das ist hoffnungsvoll. Das haben wir auch schon anders gehört", sagte Frisch. Er gehe davon aus, dass an den Voraussetzungen für das Baurecht zügig gearbeitet werde.

Innerhalb der Ortsdurchfahrt Espenhain sind Übergangsmaßnahmen geplant, deren Entwürfe der Gemeinde bis Ende Januar/Anfang Februar vorliegen sollen. Konkret geht es um drei Stellen, die verkehrstechnisch entschärft werden sollen: die Ausfahrt Hugo-Joachim-Straße auf die B 95 und die Einmündung an der Otto-Heinig-Straße, und an der Ausfahrt Straße des Friedens ist eine zusätzliche Ampel für Fußgänger vorgesehen. Diese Pläne sollen gemeinsam angeschaut und noch in diesem Jahr umgesetzt werden. Damit sei „etwas mehr Verkehrssicherheit an diesen drei Punkten" gegeben, sagte Frisch.

 

Noch in diesem Jahr sollen auch neue Ergebnisse zu den Verkehrsströmen in Espenhain vorliegen. Dazu werde ein Monitoring zur Verkehrsüberwachung aufgebaut, informierte der Bürgermeister.

Den Fachleuten zufolge werde das Klagepotenzial beim Autobahnabschnitt 5.1. als „relativ niedrig" eingeschätzt. Im Gegensatz zu 5.2., wo gerichtliche Auseinandersetzungen als wahrscheinlicher angenommen werden. Ein Rechtsstreit würde indes nicht durch die Instanzen gehen, sondern sofort beim Bundesverwaltungsgericht verhandelt, so dass sich die Verzögerungen in einem überschaubaren Zeitraum bewegen würden. Konkrete Bautermine gibt es nach wie vor nicht. „Das ist unbefriedigend", sagte Gemeinderat Günther Emsel.

Quelle: LVZ, 26.01.2012

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20Jan/120

Landesdirektion genehmigt Lärmschutzwall

Die Landesdirektion Leipzig hat gestern grünes Licht für den Lärmschutz entlang der Ortsumgehung Borna (B 95) gegeben. Die Behörde erließ den Planfeststellungsbeschluss und genehmigte damit das Vorhaben. "Damit wird eine Nebenbestimmung des Planfeststellungsbeschlusses der Landesdirektion Leipzig vom 29. April 2009 zur Bundesautobahn A 72 im Bauabschnitt 3.2 erfüllt", ergänzte Pressesprecher Stefan Barton.
Die Lärmschutzmaßnahmen an der Ortsumgehung Borna sind im Bereich vom Knoten B 95/Geschwister-Scholl-Straße bis zum südlichen Anschluss an die A 72 (Fertigstellung im Jahr 2013) vorgesehen. Der schließt die Ortsteile Eula und Kesselshain ein, wo die Forderung nach Lärmschutzmaßnahmen laut geworden war. Der Bereich "befindet sich allerdings in einem Überschneidungsbereich mit der Trassenplanung des Folgeabschnitts 5.1 der A 72, die sich gegenwärtig im Planfeststellungsverfahren befindet", schränkte Barton ein. Was bedeutet: Soweit es zu einer Fortführung des Autobahnbaus kommt, wäre der planfestgestellte Lärmschutzwall in dem genannten Bereich abzutragen und modifiziert neu zu errichten. Um dem Rechnung zu tragen, enthält der Beschluss Regelungen, die dem Vorhabenträger unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit einräumen, den Lärmschutzwall zeitlich versetzt zu errichten.

Quelle: LVZ, 18.01.2012

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23Dez/110

A 72 jetzt zwölf Kilometer länger

Vier Jahre nach Baubeginn ist gestern ein weiterer Abschnitt der A 72 freigegeben worden: "Freie Presse" testete die Piste.

Von Gabi Thieme

Penig - Vielen Bürgern von Penig und umliegender Orte ist es gestern gelungen, das Protokoll des sächsischen Verkehrsministeriums durcheinanderzubringen. Irgendwann resignierten die Ordner. Sie waren an der Anschlussstelle Niederfrohna postiert, wo die A 72 nach Leipzig seit 2007 endete, und sollten zunächst nur geladenen Gästen freie Fahrt auf den nächsten Trassenabschnitt gewähren. Doch es kamen Hunderte Schaulustige - die meisten ohne Einladung.

Für Verkehrsminister Sven Morlok (FDP) und seinen aus Berlin angereisten Parteifreund Jan Mücke, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, hatte man aus Angst vor Wetterkapriolen einen Unterstand gebaut. Zwei künstliche Palmen säumten die Politiker, als sie die Zwölf-Kilometer-Strecke eröffneten.

Erneut große Versprechen

Sven Morlok räumte ein, dass unter seinen Vorgängern andere Fertigstellungszeiträume im Gespräch gewesen seien. Ursprünglich sollte die gesamte 62 Kilometer lange Trasse zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 befahrbar sein. Jetzt sind gerade einmal 23 Kilometer, also reichlich ein Drittel, geschafft und es ist der erste Ort im Landkreis Leipzig erreicht. Morlok versicherte, dass er sich für den zügigen Weiterbau einsetzen werde. Die nächsten beiden Abschnitte bis Frohburg (14,5 km) und weiter bis südlich von Borna (7,7 km) sollen Ende 2012 befahrbar sein. Morlok gestand ein, dass die Freigabe jedes neuen Autobahnteilstücks mit mehr Verkehr auf der verbleibenden B 95 einhergehe. Das zeige sich vor allem nördlich von Borna, wo die B 95 seit jeher vierspurig durch Espenhain verläuft und die Anwohner extrem unter den Verkehrsbelastungen leiden. "Ich hoffe, dass wir für diesen Abschnitt im ersten Halbjahr 2012 Baurecht haben und dann dort unverzüglich beginnen." Der Freistaat, der den inzwischen 550-Millionen-Euro teuren Autobahnbau - ursprünglich waren 420 Millionen im Gespräch - mit 50 Millionen unterstützt, habe das Geld für 2013/2014 im Haushalt eingestellt und werde es notfalls auch früher locker machen, so Morlok.

Er machte zugleich seinem Ärger darüber Luft, dass eine Zeitung gestern geschrieben hatte: "Für 550 Millionen Euro: Autobahn ins Nirgendwo". "Das bringt eine ganze Region in Misskredit. Penig und Rochlitz sind für mich kein Nirgendwo", so der Minister. Schützenhilfe bekam er von Staatssekretär Mücke, der nicht nur von einer regionalen, sondern auch überregionalen Bedeutung der A 72 sprach, weil sie auch den Verkehr zwischen Tschechien und Mittelsachsen aufnimmt.

Doch bis das soweit ist, werden nach "Freie Presse"-Recherchen noch Jahre vergehen. Für den 10,5 Kilometer langen Abschnitt Borna-Rötha läuft seit Dezember 2009 das Planfeststellungsverfahren. Die Trasse führt zum Teil über ehemaliges Bergbaugebiet. Sie tangiert zwei Seen sowie etliche Landwirtschaftsflächen. Zwar soll bis zum Sommer Baurecht bestehen. Aber noch ist unklar, ob es Klagen gibt und ob die einen Stopp zur Folge haben. Für das nächste und letzte acht Kilometer lange Stück bis zur Anbindung an die A 38 läuft das Planfeststellungsverfahren bei der Landesdirektion Leipzig seit einem Jahr. Hier führt die Trasse durch ein Vogelschutzgebiet und sie berührt das Hochwasserrückhaltebecken Stöhna. Es sei offen, wann es hier Baurecht gebe, räumte Behördensprecher Stefan Barton ein. Unter Straßenbauexperten wird gemunkelt, dass vielleicht nie gebaut wird. Eine Vermutung, die vorige Woche neue Nahrung erhielt: Im Investitionsrahmenplan des Bundes bis 2015 läuft der Abschnitt Borna-Rötha zwar unter "prioritäre Vorhaben". Finanziell untersetzt ist er aber nicht. Der Folgeabschnitt Rötha-A 38 ist im Rahmenplan gar nicht erwähnt.

Kein Schild zur B 95

Großen Nutzen bringt das neue Teilstück nur dem, der von Chemnitz etwa nach Rochlitz, Lunzenau, Wechselburg oder Rathendorf will. Viele Peniger dürften weiterhin bereits in Niederfrohna abfahren, weil die Anschlussstelle Penig zu weit nördlich der Stadt liegt. Wer aus Richtung Chemnitz nach Leipzig fährt, sollte wie ausgeschildert in Penig die A 72 verlassen und dann die B 95 nutzen. Wer aus Versehen bis zur neuen Abfahrt Rochlitz rollt und dann weiter nach Leipzig möchte, kommt ins Grübeln. Kein Schild weist den Weg zur B 95. Nach Norden ist Rochlitz, nach Süden Penig ausgewiesen.

"Freie Presse" schlug die Strecke nach Süden ein und folgte nach zwei Kilometern der Ausschilderung nach Kohren-Salis. Nach einem Kilometer geht es auf einem besseren Feldweg durch Rathendorf, anschließend auf einer neu asphaltierten Straße nach Meusdorf. Sie ist allerdings so schmal, dass zwei breite Fahrzeuge nicht aneinander vorbei kommen. Ständig muss man in Ausweichbuchten halten. Nach insgesamt zehn Kilometern ist die B 95 bei Neuenmörbitz erreicht. Bis Borna sind es von hier 18, nach Leipzig immer noch 46 Kilometer. Fazit: Schnelle Trasse - Fehlanzeige.

Quelle: Freie Presse, 23.12.2011

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23Dez/110

Freie Fahrt bis zur Anschlussstelle Rochlitz

Die neue A 72 in Richtung Norden führt seit gestern zumindest bis an den Landkreis Leipzig. Ein Konvoi geladener Gäste startete mittags zur Jungfernfahrt von der Muldebrücke bei Penig bis zur Anschlussstelle Rochlitz. Damit sind nunmehr 23 der 62 Kilometer langen Autobahntrasse gebaut. Die Fertigstellung der anschließenden Abschnitte bis Frohburg und weiter bis Borna-Süd ist für Ende des Jahres 2012 vorgesehen. Die vierstreifige Ortsumfahrung Borna ist bereits gebaut. Die weiteren Arbeiten im Raum Leipzig kommen aber eher schleppend voran. Für die beiden letzten Abschnitte bis zur A 38 südlich von Leipzig laufen noch die Planfeststellungsverfahren. Damit steht weiter in den Sternen, wann Chemnitz und Leipzig direkt über eine Autobahn miteinander verbunden sein werden.

Quelle: Freie Presse, 23.12.2011

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